Rezension "Gewitterherzen"

 Gewitterherzen

Felicitas Brandt
© privat
Felicitas Brandt, wohnhaft in dem kleinen Holzwickede, konnte die Finger noch nie von Büchern lassen. Während des Abiturs begann sie, ihre eigenen Geschichten zu schreiben, Figuren ins Leben zu rufen und neue Welten zu erschaffen. Sie möchte die Menschen damit berühren, zum Nachdenken, Lachen und Weinen bringen. Ihr Traum: eine Hütte in der freien Natur, zwei große Hunde vor einem prasselnden Kaminfeuer, Laptop auf dem Schoß, den Geruch alter Bücher und Kakao in der Nase und die Idee einer neuen Geschichte vor den Augen. Quelle

Website der Autorin!

Erster Satz:
„Kalter Wind schlug Nathanael von Stein, der in dieser Gegend nur als Nate bekannt war, entgegen, als er Nachtclub verließ.“

Klappentext:
**Ein wunderbar romantisch-verträumter Sommerroman**

Ein Zusammenstoß in den Straßen Berlins verknüpft das Leben der zurückhaltenden Eve mit dem des draufgängerischen Musikers Nate. Bei ihm findet Eve ein Zuhause – etwas, das sie schon vergessen glaubte. Und obwohl Nate nahezu nichts über sie weiß, ist Eve seit langem die Erste, die sein Herz berührt. Doch beide umgibt eine Mauer aus Geheimnissen und Schweigen. Schnell erkennt Eve, dass in Nates Herzen zwei Seelen wohnen, die eine unbeschwert und fröhlich, die andere verschlossen und kalt. Immer wieder ist sie kurz davor, ihm das Geheimnis um ihre Vergangenheit anzuvertrauen, doch das könnte alles zerstören.

Cover:
Das Cover hat mich angesprochen und war einer der Gründe, warum ich mir das Buch gerne genauer anschauen wollte. Ein verliebtes Paar steht, während es regnet, unter einem Regenschirm zusammen und küssen sich. Dazu der wunderbar gestaltete und sehr schöne Titel. Ich kann es nur immer wieder betonen. Ich LIEBE die Impress-Cover. Dieses ist wieder einmal ein wunderschönes Exemplar. Ich war sehr gespannt auf den Inhalt des Buches und es passt im Nachhinein auch klasse zu der Geschichte.

Leseprobe

Meinung:
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an Impress für das Rezensionsexemplar.

(c) Felicitas Brandt
Diese Geschichte wird uns aus zwei Sichten erzählt, was sehr spannend war und mir gut gefallen hat.
Es beginnt mit Nathanael - Nate - von Stein, der als Musiker einer Band sein Geld verdient und eines Abends nach einem Auftritt auf die junge Eve trifft, die sein Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Nate trägt viele Geheimnisse mit sich herum, die ihn schwer belasten. Die Beziehung zu seiner Familie ist sehr angespannt und er selber kann mit seiner Vergangenheit nicht abschließen. Er ist ein sehr kreativer Mensch, der sich anderen nur schwer öffnen kann. Hat er dies jedoch erst einmal getan, ist er sehr loyal und treu. Für seine Freunde würde er alles tun. Im Verlauf der Geschichte erkennt Nate, dass er nicht länger vor seiner Vergangenheit davon laufen kann und sich seiner Gegenwart wie seinen Geheimnissen stellen muss. Durch Eve wird er zu einem anderen Menschen und kämpft zum ersten Mal seit langem für eine Zukunft. Nate war das perfekte Pendant zu Eve und trotzdem bin ich irgendwie nicht richtig warm geworden mit ihm. Es ist nicht so, dass er mir unsympathisch gewesen wäre, aber irgendwie war ich mit ihm nicht auf einer Wellenlänge. War aber auch nicht weiter dramatisch, denn ich habe das Buch trotzdem gerne weitergelesen.
Dann erzählt uns noch Eve die Geschichte. Sie lebt mit ihrem Wolfshund Jephta, den ich übrigens super toll fand!, auf der Straße, bis sie eines Tages auf Nate trifft. Dieser rettet sie vor einer Bande Schläger und nimmt sie mit zu sich. Bei Nate fühlt sie sich das erste Mal seit langem sicher und geborgen, denn Eve hat ihr Gedächtnis verloren. Weder weiß sie wer sie ist, noch woher sie kommt. Eve ist sehr zurückhaltend und schüchtern. Erst, nachdem sie sich sicher fühlt, taut sie langsam auf und ihre freche schlagfertige Art kommt durch. Sie ist ein sehr sanfter Mensch, der es zum ersten Mal seit langem schafft, aus Nate einen anderen zu machen. Auch sie trägt Geheimnisse mit sich herum, die ein Zusammenleben mit Nate erschweren. Doch sie stellt sich mutig den Fragen nach ihrer Vergangenheit und wächst dabei über sich hinaus.
Eve fand ich sehr witzig und charmant. Sie war mir viel sympathischer als Nate, (Nate, nimm mir das nicht übel :D) und ich mochte ihre Parts am liebsten.
Die anderen Charaktere waren sehr liebevoll gestaltet worden und passten gut in die Geschichte.

Die Idee der Geschichte war sehr schön. Besonders gut gefallen haben mir die Songs, die Nate unter anderem für Eve schreibt. Die waren sehr gefühlvoll und einfach toll geschrieben. Überhaupt das Element der Musik hat mir gut gefallen und die Band konnte ich mir bei ihren Auftritten gut vorstellen.
Die Sommergewitter und Gewitteraugen waren klasse. Sehr passend zum Titel des Buches wurde das „Gewitter“ immer wieder aufgegriffen und sehr schön in Szene gesetzt. Auch Eves Suche nach ihrer Vergangenheit und ihrer Identität hat mir gut gefallen, obwohl es mir am Ende vielleicht ein bisschen zu schnell ging. Die religiösen Elemente waren mal etwas ganz anderes und ich kann mir  gut vorstellen, dass Nate sich des Öfteren eingeengt gefühlt hat. Ich muss allerdings gestehen, dass ich nicht viel mit den ganzen Bibelzitaten anfangen konnte. Aber das ist nur meine persönliche Vorliebe und zur Geschichte hat es toll gepasst.
Streckenweise ging mir die Geschichte etwas zu langsam voran. Bis wir zum eigentlichen Geschehen kamen, mussten wir ein paar Umwege machen, die ich persönlich nicht ganz so gut fand. Das Ende war dafür sehr spannend und actiongeladen. Sehr schön fand ich auch das Happy End, auf das ich auch so gehofft habe!

Die Liebesgeschichte von Nate und Eve ist sehr romantisch und dramatisch. Irgendwie sind sie beide verlorene Seelen und geben einander Halt. Sie holen bei dem jeweils anderen die Beste Seite zum Vorschein und wagen sich gemeinsam, der Vergangenheit zu stellen und in die Zukunft zu blicken. Die beiden gehören zueinander, müssen aber erst selber mit ihrem „Päckchen“ fertig werden.
Die Beziehung der beiden baut sich langsam auf und wird am Ende zu etwas ganz großem. Sehr gefühlvoll, dramatisch und einfach gewittermäßig.

Den Schreibstil der Autorin habe ich bereits in ihrem BitterSweets Hinter den Buchstaben kennen gelernt und mochte ihn auch in diesem Buch wieder. Sehr anschaulich, kreativ und charmant wird uns die Geschichte von Nate und Eve erzählt.

„Gewitterherzen“ war für mich eine schöne Sommergeschichte. Obwohl ich ein paar Kritikpunkte hatte, mochte ich dennoch die Atmosphäre des Buches sehr. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der eine Schwäche für Musik, Geheimnisse und eine Gewitterliebe hat. Denn dann wird unser Sommer wahrlich gewitterlich-romantisch.

Lg
Levenya

Verlag
 Bild
Vielen DANK für ein Rezensionsexemplar!
Hier kaufen!

Fakten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1618 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 477 Seiten
Verlag: Impress (4. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
Preis: 3,99€

Kommentare:

  1. Guten Morgen =)

    Ich bin ja so gar nicht der Typ für diese hochromantischen Liebesschnulzen, aber das hier hört sich für mich wirklich gut an. Mir gefällt die Konstellation Straßenmädchen ohne Gedächtnis und zwiegespaltener Musiker irgendwie.
    Besonders erfrischend finde ich auch, dass es offensichtlich keine Reihe, sondern ein Einzelband ist. Das wandert erstmal gleich auf meine Wunschliste =)

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey :)
      Ich kann dir die Sommerbücher des derzeitigen Impress-Programms nur wärmstens empfehlen. Bis jetzt haben sie mir alle sehr gut gefallen und es sind alles Einzelbände :) Einfach mal stöbern!

      Lg
      Levenya

      Löschen