Rezension "Gated - Sie sind überall"

 Gated
-      Sie sind überall

2/2
Amy Christine Parker machte in Lakeland, Florida, ihren Abschluss als Grundschullehrerin und versuchte sich dann in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie erkannte, was sie wirklich will: Bücher schreiben. Heute arbeitet sie als hauptberufliche Autorin und wohnt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und einer unbeschreiblich fetten Katze in der Nähe von Tampa, Florida. Quelle

„Gated – Sie sind überall“ ist der Abschluss einer Dilogie.

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Erster Satz:
„Es ist ein Monat her, seit die Welt untergehen sollte.“

Klappentext:
Die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows ist offiziell aufgelöst, die ehemaligen Mitglieder leben in Freiheit, und Pioneer, ihr brandgefährlicher Führer, wartet hinter Gittern auf seinen Prozess. Lyla glaubt, das Böse sei besiegt – doch während sie versucht, sich in Codys Familie einzuleben und einen normalen Teenageralltag zu führen, lenkt Pioneer aus dem Gefängnis heraus unbemerkt weiter die Geschicke der Gemeinschaft. Er und seine Jünger haben nur ein Ziel: Sie wollen Lyla wieder zu einer der ihren machen; koste es, was es wolle ...

Cover:
Das Cover finde ich wieder sehr ansprechend gestaltet. Ein Mädchen, das sehr wahrscheinlich für unsere Protagonistin steht, geht durch eine Wohnwagensiedlung, die man im Nachhinein sehr gut dem Inhalt zuordnen kann. Die Farben sind sehr fesselnd und wie ich finde passend zum Buch gestaltet worden. Ein kräftiges Grün, das für mich für einen Neuanfang steht, was auch zu unserer Heldin passt. Mich hat es augenblicklich gefesselt und ich musste mehr über das Buch erfahren. Super toll gestaltet und es passt prima zum ersten Teil! Dicker Pluspunkt.


Zum ersten Teil:
Zehn Jahre ist es her, seit Lyla und ihre Eltern dem charismatischen Pioneer nach Mandrodage Meadows folgten. Hier, in ländlicher Abgeschiedenheit, fern von allem Bösen des modernen Großstadtlebens, führt die Gemeinschaft von etwa zwanzig Familien unter Pioneers Führung ein einfaches Leben. Und hier bereiten sich die Mitglieder der Gemeinschaft auf den drohenden Weltuntergang vor, den Pioneer in einer Vision vorhergesehen hat. Ein unterirdisches Silo wurde errichtet, in dem sie ausharren und als einzige Auserwählte das Armageddon überleben werden.

Die strengen Regeln und Gesetze ihrer Gemeinschaft hat Lyla nie in Frage gestellt: nicht den unbedingten Gehorsam, den Pioneer von seinen Anhängern verlangt, nicht die vielen Verbote und harten Strafen und auch nicht die Wahl ihres Zukünftigen Will, die natürlich Pioneer getroffen hat (Lyla hatte Glück - zwar liebt sie Will nicht, doch er ist seit Jahren ihr bester Freund). Doch als Pioneer zur Vorbereitung auf den bevorstehenden Weltuntergang ein Waffenarsenal kauft und seine Anhänger zu Schießübungen zwingt, damit sie sich gegen die im Rahmen der Apokalypse zu erwartenden Angriffe von außen verteidigen können, keimt Widerstand in Lyla auf.

Und dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb. Wider Willen fühlt sich Lyla zu ihm hingezogen und er sich zu ihr - doch der Kontakt zu Außenstehenden ist in Mandrodage Meadows verboten. Als Cody dennoch Wege findet, sich Lyla anzunähern, bekommt sie die volle Härte von Pioneers Bestrafungen und seine Brutalität zu spüren, was ihr endgültig die Augen öffnet. Von nun an gibt es kein Zurück mehr und Lyla muss versuchen, auch ihre Familie und ihre Freunde gegen Pioneer aufzubringen. Quelle

Meinung:
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an dtv - das jungeBuch für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte erfahren wir erneut aus Sicht der siebzehnjährigen Lyla Hamilton, die zusammen mit ihren Eltern in der Gemeinschaft von Mandrodage Meadows gelebt hat. Die Geschichte setzt einen Monat nach den dramatischen Ereignissen in Mandrodage Meadows ein. Lyla lebt momentan bei Codys Familie und versucht, Abstand zu ihren Eltern, der Gemeinde und Pioneer zu bekommen. Sie muss sich über vieles klar werden, aber die Gemeinde lässt sie nicht aus den Augen.
Dafür, dass Lyla  so vollkommen isoliert von der übrigen Welt aufgewachsen ist, war es für mich eine sehr positive Überraschung, dass sie dennoch Fragen stellt, nicht alles sofort hinnimmt und versucht, einen alternativen Weg zu finden. Sie ist ein sehr kluges, loyales und starkes junges Mädchen, das seinen gebrochenen Eltern zur Liebe jede Regel befolgt hat und sei es nur, sich in dem Silo für fünf Jahre einschließen zu lassen. In ihrer Gemeinschaft und vor allem unter ihren Freunden gilt sie als zu sanft, zu zögerlich und nicht entschlossen genug. Doch mit jeder weiteren Entscheidung, die Pioneer trift, wendet sich Lyla mehr und mehr von ihm ab und es zeigt sich, dass in ihr viel mehr steckt, als alle ahnen. Denn für mich zeugt es von ungeheurer Stärke, sich seinen eigenen Überzeugungen treu zu bleiben, obwohl man weiß, dass darauf eine Bestrafung folgt. Lyla hört auf ihr Bauchgefühl, auf ihr Mitgefühl. Sie will eine Zukunft. Sie will Leben, um jeden Preis und wächst dabei unglaublich über sich hinaus. Auch in diesem Teil hat sie etliche Hürden zu nehmen und einen tiefen Konflikt auszutragen. Sie ist hin und hergerissen zwischen ihrer Zukunft und ihrer Vergangenheit. Die Gemeinschaft bedrängt sie, stalkt sie und schüchtert sie ein. Es ist ein harter Weg, den Lyla beschreiten muss, um endlich in ihr eigenes selbstbestimmtes Leben starten zu können. Ich konnte sie einfach nur in mein Herz schließen und mit ihr mit fiebern. Sie ist ein einzigartiger Charakter, der es trotz der jahrelangen Gehirnwäsche schafft, sich eine eigene Meinung zu bilden und mehr zu wollen, als Pioneer ihr zugestehen will. Einen letzten Kampf muss sie ausstehen und sie macht ihre Sache großartig!
Auch die übrigen Charaktere, wie z.B. Lylas Freunde Will, Marie oder Brian, Cody oder Pioneer sind ganz wunderbar entworfen und passen sich perfekt in das Gefüge der Geschichte ein. Ihre Freunde sind der Sache auch weiterhin treu ergeben und hinterfragen nichts. Am Ende müssen sie sich entscheiden, ob sie ihre Freundschaft zu Lyla oder Pioneer wählen. Während der Geschehnisse zwischen den Gerichtsverhandlungen werden ihnen allen die Augen geöffnet und eine Wlt bricht zusammen. Ganz großartig ist auch der Charakter des Führers Pioneer gestaltet worden. Dieser Wahnsinn, den er hinter einer aalglatten Fassade verbirgt, hat mir so manches Mal einen kalten Schauer über den Rücken gejagt. Obwohl er von dem Gefängnis aus operiert, ist er nicht weniger gefährlich. Ein komplett Wahnsinniger, der sich zu einem Propheten erheben lässt und über das Leben einer ganzen Gemeinschaft bestimmt.
Alle Charaktere sind wirklich sehr detailliert, facettenreich und tiefgründig erarbeitet worden und wirklich jeder nimmt für die Geschichte eine wichtige Rolle ein, die ich nicht hätte missen wollen. Durch das Zusammenspiel dieser zahlreichen Charaktere entsteht eine unglaubliche Dynamik, die sich über das gesamte Buch hinweg steigert und in einem fulminanten Höhepunkt endet.

Die Idee mit der Apokalypse und einem Propheten, der auserkoren ist, einen Teil der Menschheit zu retten, fand ich wahnsinnig spannend, sehr fesselnd und ließ mich das Buch in einem Rutsch durchlesen. Das Leben in einer Sekte und sich als junges Mädchen daraus zu befreien scheint schier unfassbar. Mich hat es extrem interessiert und die Autorin hat es toll in Szene gesetzt. In der heutigen Zeit jemanden dazu zu überreden, alles was man kannte, zurück zu lassen, um sich woanders auf das Ende der Welt vorzubereiten, war für mich sehr unvorstellbar. Umso interessanter war es, die Gedanken von Lyla zu erfahren, die mit dieser „Lüge“ aufgewachsen ist und fest daran glaubte. Da stellt man sich wirklich dir Frage, wie es ein Mann schaffen kann, eine solche Macht über eine ganze Gemeinschaft auszuüben!

Auch eine zarte Liebesgeschichte ist mit eingeflochten und hat mich sehr begeistert. Lylas Gefühle für Cody werden überschattet  von den Ereignissen der Verhandlungen und ihren Zwiespältigen Gefühlen ihrer Familie und der Gemeinde gegenüber. Die Autorin bringt genau die richtige Portion Gefühl und Romantik in die ansonsten sehr brutale und harte Geschichte mit rein.

Die Autorin hat zudem noch einen unverwechselbaren Schreibstil, der einen keine Sekunde inne halten lässt und uns fort weg mit nimmt über die Ereignisse zwischen den Verhandlungen. Sehr dynamisch, gefühlvoll und entsetzlich spannend.

REIHE

Die Autorin nimmt uns mit auf eine unfassbare Reise ins Innere einer Gemeinschaft, die sich von einem selbsternannten Pioneer führen lässt, über dessen Zerrüttung bis hin zur Offenbarung der Wahrheit. „Gated – Sie sind überall“ ist ein Buch, das unabdingbar zum Nachdenken anregt, das einen nicht inne Halten lässt und bei dem man sich teilweise vor Entsetzen und Unglauben die Hand vor den Mund schlägt. Diese Reihe kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der mal wieder ein wenig zum Nachdenken angeregt werden möchte, auf eine starke Protagonistin wartet und wissen will, was es mit der Apokalypse auf sich hat.

Lg
Levenya



Verlag
Vielen DANK für ein Rezensionsexemplar!
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Fakten:
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423761083
ISBN-13: 978-3423761086
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre

Originaltitel: Astray
Preis:
16,95€

Kommentare:

  1. Oh, dieser Teil steht bei mir noch aus und nach deiner tollen Rezension freue ich mich so richtig darauf.

    Liebste Grüße,
    Hibi

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    1. Hey :)
      Der Abschlussband war wirklich toll. Ich konnte ihn gar nicht mehr beiseite legen.

      Lg
      Levenya

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