Rezension "Der dunkle Fluss"

 Der dunkle Fluss
 
(c) aufbau Verkag
Chigozie Obioma, 1986 in Nigeria geboren, studierte Englisch, Literatur und Kreatives Schreiben auf Zypern und an der University of Michigan. Er gewann die Hopwood Awards für »fiction and poetry«, seine Essays erschienen u. a. in Virginia Quarterly Review und Transition. Von seinem Debüt »Der dunkle Fluss« wurden in kürzester Zeit Lizenzen in die USA, nach Australien, Brasilien, Frankreich, Italien und Spanien verkauft. Quelle

Website des Autors!



Erster Satz:
„Wir waren Fischer.“

Klappentext:
Ein großer Roman über die Schönheit und Abgründe Afrikas

Benjamin und seine Brüder leben in der Nähe eines gefährlichen Flusses. Als ihr Vater die Familie verlassen muss, verstoßen sie gegen sein Verbot, sich dem Gewässer zu nähern. Die Fische, die sie dort fangen, sind Vorboten einer Tragödie.

Ein faszinierendes Familiendrama und eine sprachmächtige Fabel über das Schicksal Nigerias. Von Afrikas neuem großem Erzähler.

Cover:
Das Cover hat mich sehr angesprochen. Ein knalliger roter Hintergrund, auf dem ein junger afrikanischer Junge zu sehen ist, vor einer goldenen Sonne.  Mich hat es sehr angesprochen und sofort neugierig gemacht. Es passt toll, sowohl zum Titel wie auch zum Inhalte. Sehr gelungen.


Buchtrailer

Meinung:
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte erfahren wir aus Sicht von Ben, der uns als Erwachsener die Geschichte seiner Kindheit rückblickend erzählt. Er ist das vierte von sechs Kindern und lebt mit seiner Familie in Afrika. Sein Vater ist ein sehr strenger Mann, der sich eine große Zukunft für seine Kinder wünscht. Als er eines Tages versetzt wird und nur noch alle zwei Wochen bei seiner Familie leben kann, zerfällt das zuvor so streng strukturierte Familienleben und der Mutter entgleiten mehr und mehr ihre ältesten Söhne. Zu der Zeit, von der Ben uns erzählt, ist er gerade erst neun Jahre alt und liebt seine Brüder über alles. Er folgt seinen Brüdern  überall hin und würde alles für sie tun. Die Ereignisse überschlagen sich, als sie verbotener Weise an den Fluss zum Fischen gehen. An einem Tag werden sie von dem verrückten Abdullu belästigt, der Ikenna, Bens ältestem Bruder, eine schreckliche Prophezeiung macht. Und jeder in dem Dorf weiß, dass Abdullu zwar verrückt ist, seine Prophezeiungen aber immer eintreffen. Die Familie zerbricht und Ikenna wendet sich mehr und mehr von seiner Familie ab. Er kann keinem mehr trauen. Das ganze endet in einem tödlichen Streit mit dem zweitältesten Sohn, Boja. Die Familie wird schwer getroffen und Obe, der dritt älteste Sohn, schwört Rache gegen Abdullu.
Zusammen mit Ben macht er sich auf den Weg, seine Brüder zu Rächen. Dabei werden sie von Soldaten entdeckt und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Die Familie mit ihren unterschiedlichen Charakteren wird sehr eindrucksvoll geschildert  und unser Erzähler Ben vergleicht jedes seiner Familienmitglieder mit einem Tier, dessen Eigenschaften und Bedeutungen sie übernehmen. So wird in jedes Kapitel eingeführt. Die Brüder könnten alle nicht unterschiedlicher sein und lieben einander sehr. Bis zu jenem schicksalshaften Tag, an dem sie dem Verrückten begegnen.
Es war wirklich sehr bewegend zu lesen, wie schnell Liebe in Hass und Verzweiflung umschwenken kann. Wie leicht eine Familie zerbrechen und auseinanderfallen kann wird uns sehr bildhaft geschildert. Eine blühende Zukunft hatte sich der Vater ausgemalt und muss sich am Ende in Trauer kleiden (um nicht zu viel zu verraten). Das Familiendrama hat mich stark bewegt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Schrecklich und fesselnd zugleich und das alles vor der wunderschönen Kulisse Afrikas.

Der Schreibstil des Autors hat mir unglaublich gut gefallen. Sehr treffend, kreativ und vor allem bildgewaltig erzählt er uns die Geschichte der Familie. Aberglaube trifft auf moderne Vorstellungen. Das Buch ist von der ersten Seite an sehr spannend und man möchte einfach mehr von der Familie erfahren und denkt doch mit jeder Seite, es kann nicht noch schlimmer für die Familie werden. Gerne hätte ich am Ende noch weiter gelesen und weiteres über die Familie erfahren.

"Knisternd vor Lebendigkeit, beladen von Vergänglichkeit, schwindelerregend sowohl im Stil als auch in der elementaren Kraft seiner Geschichte. Nur wenige Romane verdienen das Prädikat 'mythisch' – Chigozie Obiomas 'Der dunkle Fluss' gehört mit Sicherheit dazu. Ein wahrhaft großartiges Debüt."
Eleanor Catton (Booker-Preis 2013)

Dieses Buch hat mich wirklich sehr überrascht und es hat mir unglaublich gut gefallen. Das Familiendrama ging mir sehr zu Herzen und ich bin komplett in die Welt eingetaucht. Der Autor hat einen ganz einmaligen Schreibstil bewiesen, mit der er die Ereignisse erzählt und ich würde jederzeit wieder zu  einem Buch von ihm greifen!

Dieses Buch kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der ein spannendes und sehr faszinierendes Familiendrama vor dem Hintergrund Afrikas lesen möchte. Ich bin noch immer ganz bewegt und ergriffen!

Lg
Levenya



Verlag
 
Vielen DANK für ein Rezensionsexemplar!
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Fakten:
Gebundene Ausgabe: 313 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag
Auflage: 1 (13. Februar 2015)
ISBN-10: 3351035926
ISBN-13: 978-3351035921
Sprache: Deutsch
Preis: 19,99€

Kommentare:

  1. Hallo!

    Dein Blog ist wunderschön, da bin ich gleich mal Leserin geworden!

    Liebst,

    Leonie von tulip-reads.blogspot.de ♥

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    1. Hey :)
      Ich freue mich total, dass dir mein Blog so gut gefällt. Vielen Dank dafür. Ich hoffe, dich auch weiterhin als Leserin behalten zu können :)

      Lg
      und einen wunderschönen Sonntag
      Levenya

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